Für 2021 war die gemeinsame Feier für  Samstag, den 24. April , vorgesehen.
Aus Sicherheitsgründen infolge der Pandemie wird die gemeinsame Feier in der Breitwiesenhalle nicht stattfinden können.

 

Gemeinsame Feier des Ramadan-Fastenbrechens

Auf Initiative der Fraktion Bürger für Ergenzingen findet in der Breitwiesenhalle seit 2015 einmal jährlich während des Ramadan das gemeinsame Fastenbrechen mit deutschen und türkischen Mitbürger*innen statt.
Gemeinsam wird das Essen kurz vor Sonnenuntergang von mehreren Teams vorbereitet und im Saal mit vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern eingenommen.

Leider konnte dieses Jahr 2020 wegen der Corona Pandemie keine Feier stattfinden und im Jahr 2019 fiel der Ramadan in die kommunale Wahlkampf-Phase.

Daher hoffen wir nun alle, dass das gemeinsame Fest wieder 2021 stattfinden kann.

Der Termin steht schon fest: 24. April 2021 Breitwiesenhalle. Beginn 20.00 Uhr
(Sonnenuntergang: 20.29 Uhr)


 2. Juni 2018 gemeinsames RAMADAN-FASTENBRECHEN in die Breitwiesenhalle

 

FOTOGALERIE

Vortrag von Herrn Yusuf Keskingöz

Sehr geehrter Herr OB Neher, liebe Gäste,
ich begrüße allesamt ganz herzlich, auch mit dem islamischen Gruß Assalamu Alaikum – Der Friede sei mit euch.
Das Ergenzinger Fastenbrechen hat mittlerweile Tradition, und ich habe jedes Mal die Ehre, eine Kleinigkeit zum Ramadan zu erzählen. Da ich davon ausgehe, dass sich die meisten mit dem Ritus des Fastens auskennen, möchte ich daher andere Aspekte dieses Monats, und damit uns alle ansprechen.
Der Fastenmonat ist der Monat der Gemeinschaft, weil er alle Muslime zusammenbringt. Wir sehen aber, dass er noch viel mehr kann – er bringt verschiedenste Menschen zusammen. Denn was uns natürlich alle vereint, ist das Essen. So banal es auch klingen mag, hat das Essen einen hohen kulturellen und spirituellen Wert. So gehört doch das Abendmahl zu den Höhepunkten des Wirkens Christi. Jesus brach das Brot und alle waren sie versammelt und bis heute, wird dieser Ritus in der Eucharistie bei vielen Christen gefeiert.
Wir Muslime, glauben an ein besonderes Wunder Jesu, was vielen Christen nicht bekannt sein wird. Die vierte Sure im Koran, mit dem Namen al- Maida, bedeutet so viel wie „ein Tisch mit Essen“.
Mit diesem Tisch ist nicht irgendeiner gemeint, sondern der gedeckte Tisch beim berühmten Abendmahl Jesu. Diese Sure nimmt auf dieses Ereignis mit den folgeden Worten bezug: „Und gedenke, als die Jünger sagten: "O Jesus, Sohn der Maria, kann dein Herr zu uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabsenden?" Er sagte: „Fürchtet Gott, wenn ihr gläubig seid!" Sie sagten: "Wir wollen von ihm essen und damit unsere Herzen Ruhe finden und, dass wir wissen, dass du zu uns tatsächlich die Wahrheit gesprochen hast und, dass wir zu denen gehören, die darüber Zeugnis ablegen (können)." Jesus, der Sohn Marias, sagte: "O Allah, unser Herr, sende zu uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herab, der für uns, für den ersten von uns und den letzten von uns, ein Fest sein soll und ein Zeichen von Dir. Und versorge uns. Du bist ja der beste Versorger." [5: 112 - 114].
Die Apostel wollten ein Wunder sehen und Gott schenkt ihnen dieses Wunder, damit ihre Herzen sich, wie sie selbst sagen „beruhigen.“ Sie möchten einen Beweis, eine Sicherheit haben, dass ihr Glaube wahrhaftig ist.  
Für Muslime ist der Monat Ramadan eine Zeit der Wunder. Das erste Wunder ist sicher, dass wir ohne Essen und Trinken so lange ausharren können. Dass Gott unserem Körper diese Fähigkeit gegeben hat, ohne Treibstoff weiterzuarbeiten. Dieses Wunder zeigt uns, dass wir aus weit mehr als nur Fleisch und Blut bestehen. Wir haben eine Seele und genau diese kultivieren wir im Ramadan. Die Verbindung zu Gott wird erneuert, die Willenskraft gestärkt aber auch die Beziehung zu unseren Familien, Freunden und Nachbarn wird gepflegt. Man sieht Freunde, die man lange nicht mehr gesehen hat und verbringt die Nächte zusammen in geselliger Stimmung. Im Ramadan hat man viel Zeit -  besonders im Sommer. Man hat Zeit, sich auch mal den kleinen Dingen im Leben zu widmen. Zum Entrümpeln, zum Putzen oder einfach zum Spazierengehen.  Man findet Zeit für Dinge, für die man sonst keine Zeit hat. Und genau das, ist das vielleicht noch größere Wunder im Ramadan: Dass wir durch den Verzicht etwas gewinnen.